Gerade noch durch die Tür geschlüpft

Jahns WNBL schleppt sich ins Ziel

Mit 62:61 endet das Heimspiel gegen Rosenheim

Alles andere als souverän präsentierten sich die Jahn-Juniorinnen beim Heimauftakt der WNBL trotz ihrer nagelneuen, alten Halle an der Weltenburger Str.. Seit gut zwei Wochen lauter Verletzte, Kranke und Verhinderte – nie erscheint zweimal hintereinander dieselbe Combo im Training, Fortschritte müssen mit der Lupe gesucht werden.

Auch am letzten Sonntag konnte man merken, dass die Rosenheimer Wiesn schon deutlich über einen Monat her ist, alle wieder gesund und munter (von dem bitteren längeren Ausfall von Olivia Abebe abgesehen), alle voll im Saft. Bei München dagegen: Oktoberfest erst zwei Wochen her, Nase läuft, Hals ist heiser und wer da nix hat, der knickt halt um.

Nun ist die Jahn-Besetzung durchaus bis über die Bank hinaus voller Qualität - erst neulich wurden vier Münchnerinnen für den nächsten 2011er DBB-Lehrgang ausgewählt - also doch so frisch wie möglich ans Werk, auch ohne Jugendnationalspielerin Silvie Heide und Käptn Eva Wimmer und mit lauter gerade erst Genesenen.

19:11 und 34:29 bis zur Pause

Das schnelle 0:4 wurde weggeatmet, dann egalisierte Jahn in der 4. Minute die letzte Rosenheimer Führung (des gesamten Matches; aber davon wird noch nur sprechen sein…) und nach zehn Minuten hieß es 19:11. Beruhigend, oder?  Und auf der Jahn-Bank kehrte genau jene Entspannung ein, vor der sie sein 1892 warnen. Hier ein offener Korbleger vergeben und noch einer. Da ein, zwei unschlaue Fouls. In der Deckung lieber nicht sofort bewegen, sondern erst wenn das grüne Trikot weg ist.

Das zweite Viertel geht mit drei an die Gäste, aber die Führung bleibt 34:29 (lasst uns doch in der Schlusssekunde noch einen weiteren 1:0 Korbleger verdaddeln, nicht dass es plötzlich sieben sind!). #Ironie=aus.

Andererseits sind knappe Spielverläufe, zumal im Jugendbereich, eine viel wertvollere Gelegenheit des Entwickelns! 47:39 nach dreißig Minuten, vieles richtig gemacht und wieder vieles weggeatmet: einen Buzzerbeater der Gäste, ein paar Schrittfehler-Unikate, ein fünftes Münchner (Offense-)Foul aus der Raritätensammlung der Schiri-Fortbildungen. Läuft. Aber die maximalen sechzehn Punkte Unterschied stellten sich nicht mehr ein.

Großes Kino, denn fast gibt Jahn das Spiel noch her

57:44, 59:49, 62:52, eigentlich eine nette Differenz. Noch eine runde Minute zu spielen. Und dann noch einmal großes Kino! Vier Ballverluste, neun Rosenheimer Punkte ohne Gegenwehr, zwei Auszeiten – und die Refs haben immer noch nicht genug von diesem Spiel, entscheiden auf 0,2 Sekunden auf der Uhr, wie eben in einem ganz normalen Euroleague-Match. Wäre vielleicht ein letztes Mal auf Foul zu entscheiden? Ein T gegen die armen Männer auf den Spielerbänken? Könnte die Uhr zuguterletzt noch ausfallen?

Nee, 62:61, es reicht. Jahn hat sich gerade eben so hinter die Tür gerettet. 2:0 liegt München nun in der sehr grausamen Tabelle, Rosenheim 0:2; nur die besten drei jeder der vier deutschen Siebener-Gruppen dürfen direkt in die Hauptrunde und anschließend in die Playoffs.

Jahn muss am Sonntag zum nächsten schweren Gegner, nach Würzburg.

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